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Ok
Ein persönliches Foto?
04.10.2015 15:29

Der erste Blog auf unserer Seite handelt vom Fotografieren.

Ach nee, oder über was soll man denn sonst schreiben auf einer Fotoseite?

Naja, es könnte politisch werden oder persönlich. Politisch? Nein. Persönlich? Ja.

Viele Fotografen folgen dem Motto der südamerikanischen Indianer. Mit einem Foto wird mir die Seele genommen. Bei den Fotografen geht das aber genau andersrum: Ich habe ein Foto gemacht und somit zeige ich ein Stück meiner Seele.

Ersetzen wir Seele durch Persönlichkeit. Ein Foto mit der eigenen Persönlichkeit zu verbinden, ist genauso gaga wie die Geschichte mit der südamerikanischen Indianerseele. 

Wer aber durch den Wald robbt, um  Pilze ins richtige Licht zu setzen oder über Berge klettert, um  das Matterhorn im besten Alpenglühen zu fotografieren, hat doch einen hohen Einsatz gezeigt und alleine schon deshalb muss das Foto gezeigt werden.

Nur weiß der Betrachter nicht, welchen Einsatz der Fotograf beim Fotografieren gezeigt hat. Er sieht nur das Bild.

Fotografen brauchen Persönlichkeit, um den Einsatz für ein Foto auch zu meistern. Körperliche Fitness ist natürlich auch nicht schlecht, aber am Anfang steht der Gedanke: Dieses Bild mache ich jetzt.  Dabei ist unerheblich, ob das Foto mit einer so genannten Profi-Kamera, einer so genannten Consumer-Kamera oder einem Handy gemacht worden ist.

Es ist immer wieder schön zu sehen, wie bei Videos von der Safari in Afrika die Profi-Kameras ihre schnellen Bilderfolgen machen müssen (der Fotograf will das so). Dabei steht der Elefant bewegungslos im Gebüsch oder der Löwe liegt gelangweilt unter dem Gebüsch.

Bilder von bewegungslos im Gebüsch stehenden Elefanten oder gelangweilt unter dem Gebüsch liegenden Löwen gibt es wie Sand am Meer und sind deshalb im digitalen Nirwana gut aufgehoben. Denn das Gefühl, in der Weite Afrikas oder in der Enge des Dschungels zu fotografieren, kann kein Foto vermitteln. Es ist das persönliche Erlebnis, das viel weiter geht als ein Foto.

Deshalb sollte der Fotograf das Natur-Erlebnis genießen, versuchen ein Foto zu machen (bei dem der Elefant etwa das Gebüsch auffrisst und so die Löwen verscheucht, was wiederum zu einer tierisichen Überreaktion führen könnte), und das Foto mit dem persönlichen Erlebnis verbinden. Als Erinnerung einer wunderbaren Reise.

Es gehört einfach aber auch dazu, manche Fotos nicht der Welt zu zeigen, sondern für sich zu genießen. Außergewöhnliche Fotos sollte die Welt allerdings sehen.

Der erste Blog bei den Foto-Freunden-Fürth ist jetzt fertig.

Kommentare sind ausdrücklich erwünscht.

 

 

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